46. PAARBEZIEHUNGEN ZWISCHEN ECHTHEIT UND INSZENIERUNG
„ICH LIEBE DICH – SO, WIE ICH MIR DICH VORSTELLE“
Vortrag für den BÖP
Linz, März 2026
You look like an angel
Walk like an angel talk like an angel
But I got wise
You're the devil in disguise
You fooled me with your kisses
You cheated and you schemed
Heaven knows how you lied to me
You're not the way you seemed
I thought that I was in Heaven
But I was sure surprised
Heaven help me, I didn't see
The devil in your eyes
You look like an angel
Walk like an angel talk like an angel
But I got wise
You're the devil in disguise
Elvis Presley
Wir haben gerade einen sehr alten Elvis-Presley-Song aus den frühen 60er Jahren gehört. Was geht in diesem Mann vor, den Elvis in der Ich-Form besingt? Es geht um eine Frau, die er zuerst als Engel erlebt. Sie geht und sie spricht wie einer, wohl die wundervollste Frau, der er je begegnet ist. Aber dann – dann hat sie aus ihm, zumindest hat er es so erlebt, einen Narren gemacht, ihn hintergangen, betrogen und ihr Spiel mit ihm getrieben. Was für eine schreckliche Überraschung und Enttäuschung, der Himmel stehe ihm bei! Er hat diesen Teufel in ihren Augen nicht gesehen, den Teufel, der sich als Engel verkleidet hat. Ein Engel, ein Teufel – aber mit ziemlicher Sicherheit können wir davon ausgehen, dass sie in Wirklichkeit einfach ein Mensch in ihrer Widersprüchlichkeit ist.
Wechseln wir die Seiten und stellen wir uns vor, wie sie die Geschichte aus ihrer Sicht erleben könnte:
„Es ist doch immer dasselbe mit den Männern. Am Anfang war er so charmant und hinreißend, fast wie ein Halbgott. Ich habe gedacht, endlich einer, der mich wirklich liebt und auf Händen trägt. Beinahe jeden Tag hat er mir Blumen gebracht und mir den Himmel auf Erden versprochen. Dann langsam, langsam, hat das mit der Kontrolle begonnen: Wo gehst du schon wieder hin? Warum hast du dich so schick gemacht? Wen triffst du? Wann kommst du nach Hause? Das ist dann immer ärger geworden: gib es doch zu, es gibt einen anderen! Er ist einfach zu einem unerträglichen Kontrollfreak geworden.“
Zwei Geschichten hören wir da, die uns diese beiden Menschen über den Anderen, die Andere und über sich erzählen. Und die sie vor allem sich selbst erzählen. Insgesamt erleben wir die Inszenierung von Narrativen, die beide miteinander und gegeneinander gestalten. Zu Beginn, vor fast fünfzehn Jahren, war sie für ihn ein Engel und er für sie ein Halbgott. Diese Rollen haben sie auch gerne gespielt, Selbst- und Fremdwahrnehmung haben zusammengepasst. Mittlerweile nehmen sie einander als Teufel und Kontrollfreak wahr. Diesmal stimmen Fremd- und Selbstwahrnehmung nicht überein. Selbst sehen sie sich beide als ziemlich normale unglückliche Menschen, als Opfer des Kontrollfreaks und des Teufels. Als solche wollen sie gesehen und geliebt werden, halten sich aber gegenseitig in diesen Geschichten gefangen. Sie wollen einander doch gerne lieben (oder das geben, was sie für Liebe halten) – schon, aber dazu soll er ihrer und sie seiner Idealvorstellung wieder entsprechen, als Halbgott und als Engel.
Die Frau, die mir ihren Teil der Geschichte erzählt hat, gibt es tatsächlich. Nennen wir sie Nina. Sie will eigentlich eine Paartherapie beginnen, aber Paul, ihr Mann, meint dazu: das können wir alleine hinkriegen, wie soll uns da ein Fremder helfen, der uns gar nicht kennt.
Therapeut (Th): Das höre ich oft. Wenn Sie beide sich alleine helfen könnten, dann hätten Sie das wahrscheinlich schon getan. Für Ihre Beziehung ist es erfahrungsgemäß hilfreicher, wenn Sie gemeinsam kommen würden.
Nina (N): Aber ich weiß gar nicht, ob ich die Beziehung noch will. Ob ich noch mit Paul leben will. Er sieht das ja ganz anders: ich bin an allem schuld, und er möchte auf jeden Fall mit mir zusammenbleiben. Aber so, wie er sich aufführt…
Th: Gerade diese unterschiedlichen Sichtweisen sind ein wichtiger Grund für die gemeinsame Arbeit in einer Paartherapie. Ich schlage vor, Sie reden mit ihrem Mann darüber. Wenn er mich vorher alleine kennenlernen will, so wie Sie das jetzt tun, bin ich gerne einverstanden.
Schließlich erklärt Paul sich bereit, gemeinsam mit seiner Frau zu einer „Probesitzung“ zu kommen, wie er das nennt.
So sieht Ausgangssituation aus: neben Nina sitzt mir ein finster dreinblickender Mann gegenüber. Ich beginne nach der Begrüßung so, wie ich das meist beim Erstgespräch mit einem Paar tue:
Th: Als erstes möchte ich Sie bitten, dass Sie beide mir jeweils erzählen, was Sie zu mir führt und was Sie von mir gerne haben wollen. Das kann ruhig unterschiedlich sein.
Paul (P): Ich weiß gar nicht, was ich hier soll. Sie ist die, die Behandlung braucht, nicht ich!
Th: Was ist der Grund, dass Sie doch mitgekommen sind?
P: Sie hat gesagt, dass ich kommen soll, sonst lässt sie sich scheiden!
Th: Und Sie wollen das nicht?
P: Natürlich nicht! Schließlich sind wir verheiratet! In guten und in schlechten Zeiten, das haben wir uns versprochen!
Th: Meinen Sie damit, dass die Zeiten jetzt schlecht sind?
P (Pause): Vielleicht. Ja, eher schon. Aber das kriegen wir schon hin!
Th: Was würden Sie brauchen, um wieder zu besseren Zeiten zu finden?
P: Sie muss sich ändern!
Th: Sie muss?
P: Ja, klar. So kann das doch nicht weiter gehen. Sie ist überhaupt nicht mehr die Frau, in die ich mich verliebt und die ich geheiratet habe. Manchmal kommt es mir vor, als ob sie ein Dämon geworden wäre, der mir aus der Hölle geschickt wurde.
Da ist er, der devil in disguise. Nina ist inzwischen unruhig geworden, und ich bitte sie, noch einen Moment zu warten.
Th (zu Paul): Sie sprechen von Ihrer Frau in der dritten Person: sie hat, sie ist und sie ist nicht mehr. So, als ob Sie nur mir Ihre Geschichte erzählen würden. Nina sitzt ja neben Ihnen. Wollen Sie ihr direkt sagen, was Sie denken und fühlen?
P (dreht den Kopf ein wenig nach links): Na ja…du weißt das ja eh. Du bist nicht mehr die Frau, in die ich mich verliebt habe. Du bist so anders geworden. Ich glaube, ich kenne dich gar nicht mehr.
Th: Nina, wie kommt das bei Ihnen an?
N: Er ist auch nicht mehr der Mann, in den ich mich verliebt habe.
Th: Auch Sie reden in der dritten Person. Paul sitzt neben Ihnen.
N: Ich will nicht mit ihm reden! Ich rede schon lange nicht mehr mit ihm. Nur Belanglosigkeiten. Alles andere schlucke ich runter!
Th: Was ist der Grund dafür?
N: Weil ich nicht noch mehr verletzt werden will. Wenn ich sagen würde, was mich stört, was ich unerträglich finde, dann würde ich wieder eine ekelhaft böse Antwort bekommen.
Th: Können Sie sich vorstellen, mir zu erzählen, was Sie bei meiner Frage gedacht haben? Sie würden es Paul nicht sagen, nur mir.
N: Gedacht? Ja, dass er überhaupt nicht nicht mehr der ist, in den ich mich damals verliebt habe. Sondern ein Fremder.
Die beiden sind beim Kern ihrer Inszenierung angelangt: so, wie du bist, kann ich dich nicht mehr lieben. Werde wieder so wie damals, werde so, wie ich dich haben will, dann kann ich dich wieder lieben.
Th: Wie lange ist es jetzt her, dass Sie sich ineinander verliebt haben?
P (zu Nina): Vierzehn Jahre?
N: Fast fünfzehn. Und seit elf Jahren sind wir verheiratet.
Th: Das ist eine lange Zeit. Damals werden Sie Anfang Zwanzig gewesen sein, und jetzt sind Sie Mitte Dreißig.
P: 36.
N: 35.
Th: In dieser Zeit verändern sich Menschen. Natürlich sind Sie beide nicht mehr das junge Paar, das Sie damals waren.
P: Ja schon, aber man muss sich doch nicht so verändern, dass man nur mehr die schlechten Seiten zeigt!
N: Von wem redest du da?
P (zum Th): Ich muss Ihnen das näher erklären. Ich glaube, man kann es so sagen: Nina ist zu einem sehr selbstbezogenen Menschen geworden. Sie hat nur ihre eigenen Bedürfnisse im Blick. Das heißt, sie ist ständig unterwegs mit ihren Freundinnen, abends fortgehen, Wellnesswochenenden, gemeinsame Städtetrips. Zumindest sagt sie, dass sie Freundinnen trifft. So sicher bin ich mir da nicht, warum hat sie denn das Interesse an mir vollkommen verloren?
N: Das ist doch unglaublich! Das muss ich mir nicht anhören!
Th: Lassen Sie uns an dieser Stelle einen Moment anhalten. Ich möchte Ihnen gern Feedback darüber geben, was ich beobachten kann und was ich für Gedanken dazu habe. Ist das OK? (beide nicken)
Th: Sie haben fast keinen Blickkontakt miteinander und sprechen vorwiegend mit mir und nur auf Aufforderung miteinander. Sie erzählen mir Geschichten darüber, wie fremd Ihr Mann, Ihre Frau Ihnen geworden ist, und das machen Sie ihr und ihm zum Vorwurf. In diesem anscheinend fremden Menschen sehen Sie hauptsächlich Negatives, mit dem Sie nicht zurechtkommen. Und diese Geschichten erzählen Sie ja nicht nur mir, Sie erzählen sie auch sich selbst und einander. Je öfter Sie sich das erzählen, umso mehr glauben Sie es, und je mehr Sie es hören, umso mehr verteidigen Sie sich und bekräftigen Ihre eigene Geschichte.
P: Sie reden da dauernd von Geschichten. Glauben Sie, ich erfinde das?
N: Du vielleicht, meine ist die reine Wahrheit.
Th: Ich denke nicht, dass Sie das frei erfinden. Wir alle nehmen die Welt, Menschen, uns selbst, sehr subjektiv wahr. Wir suchen Erklärungen dafür, und diese Erkenntnisse halten wir für wahr und leben darin (die beiden schweigen). Was denken und was fühlen Sie über das, was ich Ihnen da rückmelde?
N: Ich weiß nicht - das macht mich nachdenklich und betroffen.
P: Mich doch auch! Aber was können wir da tun?
Th: Lassen Sie uns noch nicht über das Tun sprechen. Bleiben wir beim Fühlen. Was fühlen Sie, wenn Sie nachdenklich und betroffen sind und überlegen, was Sie tun könnten?
N: Ratlos. Vielleicht sogar verzweifelt. Ich will das ja nicht so!
Th (zu Paul): Und Sie?
P: Keine Ahnung. Ich frage mich dauernd, was man da machen soll.
Th: Ich habe eine Vermutung. Wollen Sie sie hören? (beide nicken) Es könnte sein, dass wir da – bei aller Unterschiedlichkeit – auf eine Gemeinsamkeit bei Ihnen beiden gestoßen sind. Könnte es sein, dass Sie sich beide hilflos fühlen?
N: Ja. Ich mich schon.
P: Hm. Vielleicht. Aber ich will ja nicht hilflos sein.
Th: Das will niemand. Und doch sind wir es immer wieder.
Hilflosigkeit ist ein Thema, das in der psychologischen und psychotherapeutischen Wissenschaft wenig vorkommt, und wenn, dann eher verhaltensorientiert, wie Martin Seligmans Konzept der „Erlernten Hilflosigkeit“ und Ansätze zu ihrer Überwindung. Vielleicht hat das mit dem zu tun, was ich zu Paul und Nina gesagt habe: niemand ist gerne hilflos, auch wir Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen nicht.
Ich sehe Hilflosigkeit als ein Gefühl, in dem sich hauptsächlich drei andere mischen: Traurigkeit, Angst und Scham.
Gehen wir wieder zurück zu Nina und Paul.
Th: Sie haben vorher die Frage gestellt, was Sie denn tun könnten. Im Umgang mit der Hilflosigkeit geht es nicht als erstes ums Handeln, obwohl das viele Menschen glauben. Ich möchte Sie einladen, auf die Gefühle hinzuschauen, die in und mit der Hifllosigkeit in Ihnen entstehen.
P: Das geht mir zu schnell. Was denn für Gefühle?
N: Ich finde es eine spannende Idee. Würde gerne wissen, ob du überhaupt Gefühle zeigen kannst.
P: Was soll das jetzt wieder heißen?
In dieser kurzen Sequenz geben beide einen Mikro-Einblick, wie rasch sie bei ihrer Hilfloigkeiten ankommen, wie sie damit umgehen und wie sie sich inszenieren: Paul weiß nicht, wie er auf meine Einladung reagieren soll. Er wird ärgerlich und aggressiv. Nina lenkt von sich selbst ab und wird sarkastisch.
Th: Wie ist denn meine Einladung, auf Ihre Gefühle zu schauen, bei Ihnen angekommen?
P: Na ja, wir sollen über unsere Gefühle reden. Und ich weiß gar nicht, welche Gefühle Sie meinen.
N: Ich glaube, ich weiß schon, um welche Gefühle es geht. Aber über die mag ich mit Paul nicht reden.
Th: Weil?
N: Weil er mich nicht ernst nehmen wird.
P: Du nimmst ja mich nicht ernst!
Th: Wenn ich Ihnen zuhöre, vermute ich, dass Sie beide unsicher sind. Und das ist oft ein Ausdruck von Hilflosigkeit.
N: Könnte schon sein.
P: Ja.
Th: In Hilflosigkeit mischen sich verschiedene Gefühle: Angst, Scham und auch Traurigkeit. Die Angst, nicht ernst genommen zu werden, die Scham, die das bedeuten würde.
N: Und wo wäre die Traurigkeit?
Th: Vielleicht die Traurigkeit darüber, wie schwierig Sie es miteinander haben. Und darüber, wo Sie mit Ihrer Beziehung und Ihrer Liebe hingekommen sind (beide schweigen). Ich habe einen Vorschlag an Sie, vorausgesetzt, wir kommen überein, weiter miteinander zu arbeiten (beide nicken). Dann lade ich Sie ein, bis zu unserer nächsten Sitzung jede und jeder für sich über diese Emotionen nachzudenken: die Hilflosigkeit als eine Mischung von Traurigkeit, von Angst, und von Scham.
P: Und dann? Sollen wir dann darüber reden?
Th: Vorerst nicht. Wenn Sie wollen, können Sie Ihre Gedanken und Ihre Gefühle aufschreiben und diese Notizen beim nächsten Mal mitnehmen.
P: Und dann lesen wir Sie vor?
Th: Muss nicht unbedingt sein. Das lassen wir offen und entscheiden es dann.
N: Ja, aufschreiben ist eine gute Idee.
P: Okay, kann ich machen.
In der zweiten Sitzung:
N: Ich habe viel nachgedacht und auch gefühlt. Ich habe auch geschrieben (sie zieht ein Blatt aus ihrer Handtasche).
P: Ja, hab ich auch. Und was tun wir jetzt damit?
Th: Wir reden darüber. Wie ist es Ihnen denn beim Fühlen, beim Denken und beim Schreiben gegangen?
N: Gemischt. Zuerst wollte ich nicht schreiben, aber dann habe ich gemerkt, dass mir das hilft, mich zu sortieren. Und ich habe immer wieder gedacht: das lese ich dem Paul sicher nicht vor.
P: Einfach war es nicht. Ich habe mich immer wieder gefragt, wozu das alles? Was soll da herauskommen?
Th: Wie war es denn, als Sie mit dem Schreiben fertig waren?
P: Irgendwie gar nicht so schlecht. Irgendwie ganz gut. Es war einiges draußen, was mich so quält.
Einige Minuten lang schweigen die beiden. Dann sagt Nina:
N: Was tun wir jetzt damit, Paul?
P (an mich): Könnten Sie uns ermutigen?
Th: Wofür brauchen Sie denn Mut?
N: Ja, das Wort Mut passt gut. Wir könnten natürlich sagen, lassen wir es und jeder behält das für sich, was er geschrieben hat. Dann bleiben wir dort, wo wir sind.
P: Oder es wird noch schlimmer.
N: Genau. Aber es könnte natürlich auch schlimmer werden, wenn wir es uns vorlesen.
Th: Was brauchen Sie denn, um den Mut zum Vorlesen zu finden?
N: Ein Versprechen, dass der Paul das ernst nimmt, was ich da lese.
P: Und du?
N: Ich werde das auch ernst nehmen, was du mir vorliest.
P (an mich): Darf ich eine Bitte an Sie äußern?
Th: Einen Wunsch, gerne.
P: Wie soll ich sagen – könnten Sie uns so etwas wie beschützen? Voreinander?
Th: Natürlich moderiere ich den Prozess und achte darauf, wie Sie miteinander umgehen und welche Gefühle bei Ihnen entstehen.
N: Ach Paul, so weit sind wir gekommen. Dass wir voreinander beschützt werden müssen.
P (zuckt mit den Achseln)
Th: Was fühlen Sie denn, wenn Sie das sagen, Nina?
N: Ich finde das so traurig.
Th: Ja. Sehr. Paul, wie geht es Ihnen, wenn Sie das hören, was Nina sagt und wie sie es sagt?
P: Das macht mich auch traurig.
N: Ich möchte jetzt nicht den ganzen Zettel vorlesen. Da sind auch viele Vorwürfe drin, das passt jetzt gerade nicht. Nur die letzten Zeilen: Ich finde es so schade, dass wir dorthin gekommen sind, wo wir jetzt sind. Wir sind so viele Meilen weit weg, von dem jungen verliebten Paar, das wir einmal waren. Damals haben wir geglaubt, unsere Liebe ist unzerstörbar und nichts kann uns passieren. Jetzt weiß ich nicht, ob wir unsere Liebe nicht schon zerstört haben (beginnt zu weinen).
P: Was ist uns denn wirklich passiert, Nina?
N: Das Leben ist passiert, Paul.
P (lange Pause): Traurig.
N: Ja, sehr.
Nina und Paul haben eine Türe zueinander einen Spalt breit geöffnet. Sie haben eine weitere Gemeinsamkeit gefunden: die Traurigkeit, und sie haben sie beide ein Stück weit zugelassen. Damit ist das Erkennen der Hilflosigkeit ein wenig hilfreich geworden.
Th: Frage an Sie beide: was fühlen Sie jetzt gerade?
N: Ich bin etwas verwundert über uns beide, dass wir so ruhig miteinander reden können. Ich habe befürchtet, dass das heute in einem fürchterlichen Streit endet.
P: Ich bin verwirrt. Ich habe die Nina auf einmal so weich erlebt wie schon lange nicht mehr.
N: Du bist ja auch weich geworden. Ich bin nicht verwirrt, ich staune darüber.
Th: Das ist eine interessante Aussage: Sie staunen darüber. Wir Menschen staunen ja immer dann, wenn wir etwas Unerwartetem begegnen, das unser Verstehen momentan übersteigt. Ich vermute, das haben Sie beide schon lange nicht mehr miteinander erlebt.
N: Ja, das ist uns verloren gegangen. Am Anfang war das total oft da.
Die beiden berühren hier eine psychologisch bedeutsame Emotion: das Staunen. Dazu möchte ich ihnen ein kleines persönliches Beispiel erzählen.
Ich habe heute diesen Vortrag mit einem Song begonnen, der das Thema illustriert. Das mache ich meistens so, es ist so etwas wie ein Markenzeichen geworden. Das allererste Mal kam mir diese Idee Anfang der 10er Jahre zu meinem Beitrag für eine Tagung über Narzissmus an einem befreundeten Institut in Hannover. Ich wählte ein altes französisches Chanson – „Et maintenant“ von Gilbert Bécaud. Selbstmitleidig beklagt er darin die tiefe Kränkung, verlassen worden zu sein: Was soll ich denn jetzt anfangen mit der ganzen Lebenszeit, die mir noch bleibt? Mit all diesen Menschen, die mir egal sind, jetzt, wo du gegangen bist?
Der Ausdruck in den Gesichtern der Menschen – die meisten kannten mich, und ich kannte sie – diesen Ausdruck sehe ich noch lebhaft vor mir. Offene Münder, offene Augen, Erwartung, großes Interesse, Amüsement, Freude –pures Staunen. Und gleichzeitig eine Atmosphäre der Sympathie, der Warmherzigkeit, der Verbundenheit.
Staunen – Sie kennen diesen Begriff natürlich aus der Alltagssprache, aber ist er Ihnen schon einmal in der psychologischen Forschung und Fachliteratur untergekommen? Mir erst vor einigen Monaten, und die Beschäftigung mit diesem faszinierenden emotional-kognitiven Zustand hat seither mein psychologisches Denken und Handeln und meinen Umgang mit anderen Menschen und mir selbst überraschend bereichert und verändert. Auch darüber konnte und kann ich staunen.
Dacher Keltner, Psychologieprofessor an der University of California, Berkeley, hat maßgeblich dazu beigetragen, Staunen zu erkennen, zu definieren und empirisch zu untersuchen. Er beschreibt es in seinem Buch „Awe“ so: Staunen ist das Gefühl, etwas Großem zu begegnen, das das eigene gegenwärtige Verständnis der Welt übersteigt. Psychologisch lässt sich Staunen als ein komplexer emotional-kognitiver Zustand verstehen. Er tritt auf, wenn wir mit etwas Unerwartetem, Neuartigem oder Bedeutungsvollem konfrontiert sind, das über unsere bisherigen Strukturen des Fühlens, Denkens und Erklärens hinausgeht.
Keltner hat in der Untersuchung der Mimik und der Vokalisation des Staunens dezidierte Unterschiede zu anderen Gefühlen wie Freude, Liebe, aber auch Angst und Furcht festgestellt und definiert es, das Staunen, als eigene fundamentale Emotion.
Michelle Shiota, eine Kollegin Keltners, gab einer Gruppe von Wanderern, die den Grand Canyon besuchten, folgende Aufgabe: sie sollten Zeichnungen von sich selbst anfertigen, während sie auf einer Plattform standen, von der aus sie einen spektakulären Bild über die Schlucht hatten. Dieselbe Aufgabe stellten sie einer Gruppe von Touristen auf einer belebten Uferpromenade in San Francisco. Die Menschen auf den Zeichnungen der staunenden ersten Gruppe waren nur ein Drittel so groß wie die der zweiten Gruppe. Staunen scheint zu bewirken, dass Menschen sich weniger als Individuum wahrnehmen, sondern sich stärker einer Gruppe zugehörig fühlen. Staunen macht uns Menschen kooperativer und weniger selbstverliebt und hat damit eine entscheidende Funktion für den sozialen Zusammenhalt. Welche Rolle das in Paarbeziehungen spielt, werden wir später sehen.
Seit jeher haben Menschen Wege gefunden, Staunen zu ermöglichen und zu kultivieren: Gewaltige Bauwerke, faszinierende Geschichten von Göttern und Helden, die Gesänge Homers vom Trojanischen Krieg und den Irrfahrten des Odysseus, die Dramen Shakespeares. Museen, Konzerthäuser, Klubs, in denen Jazz- und Popmusik aufgeführt werden. Die Wunder der Natur und die von Wissenschaft und Forschung. All das bringt Menschen einander und sich selbst im Staunen näher. Wir verbinden uns miteinander, mit uns selbst, mit dem Leben. Erkenntnisse und kreatives Schaffen können aus der staunenden Wahrnehmung entstehen. So kann die Idee, einen Vortrag mit einem Song oder Chanson zu beginnen, beim Staunen über einen Bach im verschneiten Winterwald entstehen.
Staunen gilt in der modernen Emotionspsychologie als transformatives emotional-kognitives Erleben. Seine psychologischen Funktionen sind:
• Offenheit für das Unerwartete
• Relativierung des Ichs
• Ausrichtung auf Verbundenheit
• Öffnung neuer Sinn- und Bedeutungsperspektiven
All das erleben wir, wenn wir uns verlieben. Wir werden mit einer Fülle an Staunen beschenkt. So war es auch vor Jahren bei Paul und Nina.
P: Es war einfach unglaublich, ich war so glücklich. Ich habe dieser Tage in meinen alten Tagebüchern geblättert und da stehen Dinge wie: diese Frau ist einfach perfekt. Sie ist so wunderschön, so liebevoll, so voller Freude und Lachen. Und sie begehrt mich genauso wie ich sie. Was wir beim Sex alles ausprobieren!
N (lacht): Das musst du jetzt aber nicht erzählen! Doch, es war wirklich unfassbar aufregend. Ich habe es fast nicht glauben können, dass dieser tolle Mann mir jeden Wunsch von den Augen abliest. Wir waren einfach eins, damals in dieser Zeit.
P: Und wir haben geglaubt, das bleibt so. Als Nina einmal gesagt hat, na ja, es wird eine Zeit kommen, da werden wir nur mehr einmal Sex am Tag haben, habe ich mir gedacht: never ever! (lange Pause) Aber jetzt…
Th: Jetzt?
P: Wann war das letzte Mal?
N: Ewig her.
Dieses nahezu magische Staunen könnte die Grundlage einer transformativen Beziehungserfahrung in Bindung und Verbundenheit sein. Da es jedoch weitgehend aus Illusion gespeist ist, trägt es nicht und gerät zunehmend zur bloßen Inszenierung.
N: Rückblickend denke ich, wir haben immer krampfhafter versucht, jeden Tag zu Weihnachten, Ostern und Geburtstag in einem werden zu lassen. Wenn einer da nicht so ganz mitgemacht hat, sondern einfach müde oder schlecht drauf war, hat der andere gleich Druck gemacht.
P: Ja, stimmt, ich kann mich erinnern, einmal habe ich gewartet, dass Nina abends heimkommt und sie mit ‚Don‘t you love me anymore‘ von Joe Cocker empfangen (er lächelt verlegen). Das war nicht besonders hilfreich.
N: Bei mir hat das sofort Schuldgefühle ausgelöst.
Die Inszenierungen werden zunehmend destruktiv und einengend. Die fast zwanghaften Bemühungen, das Staunen zu konservieren und zu institutionalisieren, untergraben es paradox: Je mehr das Staunen erzwungen werden soll, desto weniger stellt es sich ein. Die anfängliche Überwältigung und Überraschung verlieren mit der Zeit ihre Intensität. Wie können zwei Menschen ihr Staunen dennoch in etwas Dauerhaftes und Verbindendes überführen? Wie können sie die Energie des Anfangs in eine fortlaufende, gemeinsame Entwicklung transformieren?
Sehen wir uns noch einmal die psychologischen Funktionen des Staunens an: wir öffnen uns für Neues, gehen von der Fokussierung auf das Ich zum Gemeinsamen und erweitern unsere Sinnhorizonte. Diese Parameter bieten eine stabile Grundlage für ein zentrales Element menschlicher Persönlichkeit. Wenn es uns gelingt, unser Staunen zu bewahren und zu fördern, können wir daraus Selbstbestimmtheit entwickeln. Damit wird der Übergang zu einer weiteren psychologischen Perspektive möglich – der Autonomie. Dieser Begriff hat in der Transaktionsanalyse einen zentralen Stellenwert. Eric Berne, ihr Begründer, verstand darunter „die Freisetzung oder Wiedergewinnung von drei Fähigkeiten: Bewusstheit, Spontaneität und Intimität.“
Autonomie ist die Gegenposition zur Hilflosigkeit und bedeutet Echtheit statt Inszenierung. Staunen und Autonomie können sich wechselseitig beeinflussen und intensivieren: je mehr ich auf mein Staunen achte, desto bewusster, spontaner und vor allem näher und verbundener kann ich in meinem Leben sein. Und umgekehrt: je mehr Bewusstheit, Spontaneität und Intimität ich lebe, umso mehr Platz kann Staunen haben. Staunen und Autonomie können sich wechselseitig beeinflussen und intensivieren.
Dazu braucht es ein offenes Beziehungsfeld. Doch dieses Feld verengen Nina und Paul mehr und mehr mit ihren Versuchen, das ursprüngliche Staunen zu konservieren. Mehr und mehr wächst dabei ihre Hilflosigkeit.
Th: Sie sagen, Sie haben immer krampfhafter versucht, diese wundervolle Zeit der Verliebtheit fortzusetzen. Sind Sie einverstanden, wenn wir tiefer in dieses Thema eintauchen?
P: Wozu?
Th: Ich denke, wir könnten dabei untersuchen, wie Sie sich mehr und mehr voneinander entfernt haben und wie Sie einander fremder und fremder geworden sind.
P: Sollen wir einfach erzählen, was passiert ist?
Th: Ja, und mein Vorschlag ist, dass Sie das nicht mir, sondern einander erzählen.
P: Wieder mit Nachdenken und Aufschreiben?
Th: Nein, diesmal lade ich Sie ein, hier miteinander darüber zu diskutieren, während ich Sie beobachte und Ihnen dann Feedback gebe.
N: Okay, ich bin einverstanden.
P: Meinetwegen.
Th: Das Thema dieser Diskussion ist: wie ich dich erlebt habe, nachdem der Zauber der ersten Zeit vergangen war. Es geht nicht um eine allgemeine Wahrheit, sondern Ihre persönlichen unterschiedlichen Wahrheiten. Auch mein Feedback wird keine Wahrheit enthalten, sondern meine persönliche Sichtweise.
Diese Intervention – Feedback geben - setze ich oft in der Arbeit mit Paaren, um die beiden beim Erkennen ihrer Hilflosigkeit zu unterstützen. Gleichzeitig können wir dabei die Muster analysieren, mit denen sie versuchen, sich vor diesem Gefühl zu schützen.
N: Also, wie gesagt, du bist immer verkrampfter geworden, ich natürlich auch, aber halt als Reaktion auf dein Verhalten. Immer wieder hast du Druck gemacht: du bist gar nicht mehr so lieb zu mir. Du sagst mir gar nicht mehr, dass du mich liebst. Wenn du ins Büro gehst, ziehst du dich sexy an, aber daheim sitzt du in der Jogginghose herum. Immer missmutiger und grantiger bist du geworden. Und ich hab immer mehr Schudlgefühle gekriegt.
P: Na wenigstens etwas. Mir hast du das nicht gezeigt, die Schuldgefühle. Du hast dich dauernd gerechtfertigt: du bist halt nicht besonders interessant und attraktiv, wenn du so herumnörgelst, hast du gesagt. Ich war einfach verletzt! Du warst die, die genörgelt hat! Wie du dich schon wieder anziehst. Mit dem Hemd gehst du mir nicht aus dem Haus. Das ist peinlich. Überhaupt dieses Wort, peinlich! Da kommt mir jetzt noch die Galle hoch! Wie oft du unter dem Tisch gegen mein Schienbein getreten hast, wenn wir wo eingeladen waren!
N: Na klar, jetzt bist du wieder der Ärmste der Armen, und ich bin die Böseste der Bösen!
P: Ach nein, du warst doch der wundervolle Engel! Hab ich geglaubt damals, aber du hast dich halt von der Schokoladenseite gezeigt. Wenn ich geahnt hätte, wie bösartig du sein kannst!
N: Mir reicht es jetzt! Das muss ich mir nicht länger anhören! Ich gehe jetzt! (greift nach der Handtasche, zum Therapeuten) Tut mir leid, aber das lasse ich mir nicht länger gefallen!
P: Na super! Zuerst schleifst du mich zur Therapie, und dann haust du ab! (steht auf und will sie zurückhalten) Bleib da, hörst du!
N: Rühr mich ja nicht an!
Th: Bitte setzen Sie sich beide wieder (beide zuerst unschlüssig, dann setzen sie sich). Danke. Ich möchte gerne mit Ihnen den Prozess klären, den wir gerade erlebt habe. Doch zuerst - wie fühlen Sie sich jetzt?
P: Ich bin…ich bin…ach, ich weiß nicht…
Th: Sie wirken sehr beunruhigt.
P: Ja, bin ich auch. Ich habe jetzt schon Angst, wie das werden wird, wenn die Stunde vorbei ist und wir hier weggehen.
Th: Was spüren Sie denn körperlich?
P: Herzrasen. Kopfschmerzen. Ich kann meine Hände nicht ruhig halten.
Th: Und Sie, Nina?
N: Körperlich spüre ich gar nichts. Ich bin erstarrt.
Th: Und seelisch?
N: Verachtung. Hass.
P (schlägt die Hände vors Gesicht): Oh Gott! Was soll ich nur tun?
Th: Ich möchte Sie beide einladen, ruhig und gleichmäßig zu atmen. Wenn Sie wollen, schließen Sie die Augen und konzentrieren Sie sich auf sich selbst. (Pause) Wie fühlen Sie sich jetzt?
P: Besser. Nicht mehr so unruhig. Aber das, was da jetzt passiert ist, was ich gesagt habe und was Nina gesagt und getan hat, schockiert mich sehr.
N: Meine Starre hat sich ein wenig gelöst.
Th: Und was spüren Sie dann?
N: Ganz große Ratlosigkeit. Es ist immer wieder derselbe Kreislauf. Eigentlich wissen wir ja ganz genau, wie das enden wird. Immer genau so wie jetzt. Aber wir kommen da nicht raus.
Th: Sind Sie bereit für mein Feedback? (beide nicken) Wie gesagt – das ist mein Erleben, und ich erhebe keinen Anspruch auf Wahrheit.
P (lächelt): Im Unterschied zu uns. Wir haben vorher die ganze Zeit Wahrheiten verkündet: du hast, du bist, du tust.
Th: Gut wahrgenommen und vor allem gut reflektiert, Paul. Das ist die erste meiner Rückmeldungen an Sie. Mein Vorschlag als Thema Ihrer Diskussion war: wie ich dich erlebt habe. Von Anfang an haben Sie nicht diese Formulierung verwendet, sondern Du-Botschaften gesendet: du bist, du hast, du tust, wie Sie gesagt haben, Paul. So sind Sie beide schnell in ein Wechselspiel zwischen Angriff und Verteidigung, Gegenangriff und Gegenverteidigung gekommen. Das war auch körperlich zu sehen: beide haben Sie die Arme verschränkt und haben kaum Blickkontakt aufgenommen. Alles in allem: ich habe Sie von Anfang an hilflos erlebt, und beide in stetigem Bemühen, diese Hilflosigkeit in den Griff zu kriegen oder zu überdecken. Meine Hypothese dazu ist: je hilfloser Sie sich gefühlt haben, umso aggressiver waren ihre Worte, ihre Körperhaltung, ihre Lautstärke. Und umgekehrt: je wütender Sie geworden sind, umso hilfloser waren Sie.
Die beiden sind mittendrin in ihrer Inszenierung. Die Situation ist beunruhigen für sie, von außen beobachtet wirkt sie theatralisch und unauthentisch. Beide spielen genau die Rollen, die sie einander zuschreiben: er den Kontrollfreak und sie den Teufel. Beide glauben sie: nun zeigt er sein wahres Gesicht, nun lässt sie ihre Maske fallen. Es gibt verschiedene psychologisch-psychotherapeutische Möglichkeiten, das aktuelle Fühlen, Denken und Handeln und die Hintergründe dafür zu analysieren. Wir könnten psychoanalytisch nach Übertragung und Abwehr suchen. Wir könnten gestalttherapeutisch darauf achten, die offene Gestalt konstruktiv zu schließen. Wir könnten mit den Methoden der gewaltfreien Kommunikation die unerfüllten Bedürfnisse und Wege zu ihrer Erfüllung suchen oder viele andere Wege gehen .
Die Landkarte, die ich entwickelt habe, trägt den Titel „Die hilfreiche Hilflosigkeit“. Sie beschreibt einen Prozess, in dem die Hilflosigkeit als Ausgangspunkt dient, von dem aus Blockaden im Denken, Fühlen und Handeln gelöst werden. Dieser Prozess eröffnet authentische Begegnungen, aus denen Staunen entstehen und in der Folge Autonomie wachsen kann. Wir beginnen beim Erkennen und Annehmen der Hilflosigkeit. Setzen wir im Gespräch mit Nina und Paul an der Stelle fort, an der ich meine Hypothese erklärt habe: je hifloser Sie sich erlebt haben, desto aggressiver sind Sie geworden, und umgekehrt.
P: Ich weiß nicht. Bei Ihnen läuft immer alles auf die Hilflosigkeit hinaus. Kann doch sein, dass ich einfach sauer auf die Nina bin. Und meinetwegen auch sie auf mich.
Th: Natürlich sind Sie beide sauer aufeinander, und andere Gefühle gibt es da sicher auch noch. Ärgerlich sein ist eine Sache, um Grenzen zu ziehen. Und eine andere Sache ist es, diesen Ärger zu Wut und Zorn zu eskalieren.
P: Aha.
Th: Können Sie meiner Beobachtung etwas abgewinnen, dass Sie Ihre aggressiven Gefühle eskalieren?
P: Ja, das war schon so. Immer lauter bis zum Aufstehen und zum Weglaufen und Davonrennenwollen.
N: Ja, sehe ich auch so.
Th: Das Wort „eskalieren“ kommt ja aus dem Lateinischen, von „scala“ wie Stiege. Beim Eskalieren steigen wir metaphorisch gesprochen eine Stiege hinauf.
N: Ja, das Bild macht Sinn.
Th: Was denken Sie, war der Grund dafür, dass Sie beide Ihre Stiege immer rascher und immer höher hinauf gestiegen sind?
P: Ich muss zugeben – das wird wohl dieses dauernde Du bist, du bist nicht, du tust, du tust nicht gewesen sein. Das treibt einen ja in den Wahnsinn!
N: Ja, diese Zuschreibungen, gegen die man einfach machtlos ist.
Th: Die treiben einen in den Wahnsinn? Man ist machtlos? Wer ist einer und wer ist man?
P: Na ich. Und sie.
N: Sie hat einen Namen.
P: Nina. Du. Du und ich. Wir beide.
Th: Sie beide was?
P: Naja, stimmt schon. Wir beide waren hiflos.
N: Und sind es immer noch.
Th: Was fühlen Sie bei dem Satz „Ich bin hilflos?“
N: Irgendwie erleichternd. Ja, es ist einfach so. Und es darf so sein, das ist ja total menschlich.
Th: Stimmt, wir Menschen erleben uns alle immer wieder hilflos. Und Sie, Paul?
P: Alle Menschen? Na dann! (alle drei lachen)
Niemand ist gerne hilflos, und das liegt daran, dass wir in der Hilflosigkeit drei Gefühle zu einem schwer erträglichen Cocktail mischen: Traurigkeit, Angst und Scham. Wir Menschen können sehr erfinderisch darin sein, schmerzliche, bedrohliche, frustrierende, verletztende, beschämende Situationen und Gefühle zumindest vorübergehend erträglicher zu machen. Schon früh entwickeln wir komplexe psychische Muster, um mit innerer Überforderung umzugehen. In der Psychoanalyse werden sie als Abwehrmechanismen verstanden, die Schutzfunktionen des Ichs sind. Anna Freud hat sie systematisch beschrieben, etwa Verdrängung, Verleugnung oder Projektion. Ich verwende ich lieber einen anderen in der Psychologie auch häufig gebrauchten Ausdruck: „Coping.“ Das ist bedeutet „mit etwas zurechtkommen, fertigwerden, umgehen können.“
Nina und Paul klammern sich verzweifelt an den Wunsch, das Staunen der frühen Verliebtheit wiederherzustellen. Dabei werden sie immer hilfloser und entfalten nach und nach eine ganzes Bündel an Copingreaktionen. Vom Anfang des Geschehens an ist der psychodynamische Prozess sichtbar, den ich in den Titel aufgenommen habe: Ich liebe dich, so, wie ich mir dich vorstelle. Und ergänzend: ich hasse dich, so, wie ich mir dich vorstelle. Engel und Teufel, Halbgott und Kontrollfreak – alle sind sie Projektionen der eigenen Sehnsüchte und der eigenen Ängste. Nina hätte Paul gerne wieder in ihrer Wunschfantasie als Halbgott, Paul Nina in der seinen als Engel. Du bist schuld an meiner Enttäuschung und an meiner Hilflosigkeit, du Kontrollfreak! Nein, du bist schuld, du Teufel! Der oder die andere wird projektiv festgelegt, gewissermaßen in einer Rolle eingefroren. Den inneren Prozess könnte man so verbalisieren: ich habe ja ganz klare Wünsche an dich, und dass du die erfüllen kannst, hast du ja vor Jahren bewiesen. Dass du das nicht mehr tust, dass dir andere Dinge, andere Menschen, du selbst wichtiger geworden bist, dafür kann ich nichts. Das ist dein Fehler und deine Schuld. Alles klar, wenn ich nicht mehr hilflos sein soll, musst du gefälligst so sein, wie ich dich mir vorstelle, also wieder ein Engel, ein Halbgott. Dann werde ich dich wieder lieben können. Für diesen teils bewussten, teils unbewussten Prozess habe ich den Begriff „Projektive Verzerrung“ gewählt. Das ist ein zentraler Teil der Inszenierung. Die beiden Menschen legen die Rollen fest, die sie dem oder der anderen zuschreiben und ziehen sie oder ihn subtil und manipulativ hinein. Gleichzeitig nähern sie sich in der Beziehung allmählich dieser ihnen zugeschriebenen Rolle an, ohne dass ihnen das bewusst ist.
So legen Nina und Paul ihren unbewussten Copingprozess an. Die therapeutische Aufgabe besteht nun darin, beide in einen gemeinsamen Bezugsrahmen zu begleiten und ihnen zu ermöglichen, ihre wechselseitigen und eskalierenden Inszenierungen zu erkennen. Dabei wende ich einen Zugang an, den ich gerne „Narrative Psychotherapie“ oder „Die Sprache der Geschichten“ nenne. Dass ich gerne Geschichten erzähle, haben Sie vermutlich schon bemerkt. Das ist ein Weg, bei Menschen das Staunen zu stimulieren, das es Ihnen erleichtert, ihre Zugänge zur Welt zu erweitern.
Th: Ich möchte Ihnen gerne eine Geschichte erzählen. Möchten Sie sie hören?
P: Eine Geschichte?
N: Klar! Gerne!
P: Okay, lassen Sie hören.
Th: Unsere Geschichte spielt in einem Theater, und wir dürfen gerade eine Probe miterleben. Wir sind auf der Probebühne, also nicht der Hauptbühne, wo das Stück bei der Premiere zu sehen sein wird. Wir sehen einen Schauspieler und eine Schauspielerin, sie sind noch nicht kostümiert, sondern tragen Alltagskleidung. Und es gibt eine Besonderheit: die beiden führen auch Regie, und zwar so, dass sie seine Regisseurin ist und er ihr Regisseur.
N: Aha, ich kann mir schon vorstellen, in welche Richtung das geht.
Th: Was stellen Sie sich da vor?
N: Er sagt zu ihr: du spielst eine ganz Böse. Denk dich so richtig hinein und mach mich total fertig.
P: Warum sollte er so was Absurdes konstruieren, dass sie ihn total fertig macht?
Th: Das ist eine sehr gute Frage Paul. Warum sollte er so etwas tun?
N: Weil er das einfach von ihr glaubt, dass sie eine Böse ist, die ihn fertig machen will?
Th: Kann sein. Und was glaubt sie von ihm?
P: Sie glaubt von ihm, dass er sie total kontrollieren und einschränken will.
N: Dass sie gar kein eigener Mensch sein darf.
Th: Also sie glaubt von ihm, dass er sie daran hindern will, ein eigener Mensch zu sein. Und er glaubt von ihr, dass sie ihn fertig machen will (beide nicken zustimmend). Na ja, als Theaterstück kann das ja wirklich Spaß machen. Die meisten Schauspielerinnen und Schauspieler lieben es, Personen zu spielen, die so richtig fies sind.
N: Jetzt bin ich ein bisschen verwirrt. Spielen wir das alles nur oder sind wir wirklich so?
Th: Tja, auf diese Frage hat Shakespeare eine sehr psychologische Antwort gefunden: Die ganze Welt ist Bühne, und alle Frauen und Männer bloße Spieler. Wie sehen denn Sie das, spielen Sie das alles oder sind Sie wirklich so?
P: Ich glaube, beides. Und wir wissen manchmal nicht mehr, wie wir wirklich sind.
N: Manchmal wollen wir diese Rollen wirklich spielen, und manchmal wollen wir das überhaupt nicht. Sondern einfach nur die Menschen sein, die wir sind. Und wissen gar nicht mehr, wie das geht.
Th: Ich bin beeindruckt, wie reflektiert Sie beide das sehen. Und vor allem finde ich es schön, dass Sie beide das „Wir“ statt Ich oder Du verwenden.
N: Ja, mich berührt das richtig.
P: Mich auch – und wie können wir das jetzt ändern?
Nina und Paul haben einen Moment des Staunens und der Offenheit erreicht. Das ist ein günstiger Zeitpunkt, um die Hilflosigkeit in eine konstruktive Dynamik zu verwandeln – mithilfe des feel–think–act-Zyklus, den ich vor mehr als 30 Jahren entwickelt und seither in der Theorie und Praxis weiter ausgearbeitet habe. Dieser Zyklus unterstützt dabei, innere Blockaden wahrzunehmen und schrittweise zu lösen.
Wenn Menschen an einen Punkt kommen, an dem sie nicht weiterwissen, versuchen sie meist, zuerst auf der Handlungsebene zu reagieren: Sie wollen etwas tun, um die Situation zu verändern. Gelingt das, können sie die Hilflosigkeit auflösen und das Leben – auch die Beziehung – wieder in Bewegung bringen. Nina und Paul haben genau das versucht: Sie wollten das Staunen und die frühe Verliebtheit wiederherstellen, sie haben Gespräche geführt und neue Formen des Miteinanders ausprobiert. Diese Versuche führten jedoch in eskalierende Konflikte.
Wenn Handeln nicht weiterhilft, wechseln Menschen meist auf die Denkebene. Sie versuchen, durch Nachdenken, Erklären oder Planen einen Ausweg zu finden. Auch das haben Nina und Paul getan: Sie haben Schuldfragen diskutiert, Trennungsabsichten erwogen und nach Lösungen gesucht. Auch das eben geführte Gespräch gehört zu dieser Ebene – als Paul sagt: „Wie können wir das jetzt ändern?“, war das ein Ausdruck eines gemeinsamen Denkprozesses. Setzen wir dort fort:
Th: Sie fühlen sich beide berührt. Möchten Sie noch ein wenig bei diesem Fühlen bleiben, bevor Sie überlegen, was und wie Sie etwas ändern könnten?
N: Ja. Wir haben ja schon so viel versucht, zu ändern. Und bevor wir merken, was wir da tun, sind wir schon wieder in unserem Theaterstück.
Th: In Ihrem Gesicht hat sich gerade etwas verändert. Was fühlen Sie, wenn Sie das sagen: wir haben ja schon so viel versucht?
N: Das fühlt sich schwer an, hier drinnen (legt die Hand auf ihr Brustbein).
Th: Dort ist das Herz. Ihr Herz fühlt sich schwer an.
N: Ja. Mir ist schwer ums Herz. Sehr schwer.
Th: Das hört sich traurig an.
N: Ja. Sehr, sehr traurig. Haben wir jetzt alles verloren, was wir hatten?
Th: Was würden Sie denn da verlieren?
N: Eine so große und schöne Liebe. So viel gemeinsames Lachen (beginnt zu weinen).
Th: So viel gemeinsames Lachen. So viel Verbundenheit.
N: O ja! So viel Hoffnung, dass es im Leben auch leicht und schön sein kann. Ist das denn alles vorbei? Ach, ich bin so traurig (weint bitterlich).
Zu jedem gegebenen Zeitpunkt fühlen, denken und tun wir etwas, wie sinnvoll oder sinnbefreit das auch sein mag. Das Fühlen steht dabei immer im Vordergrund.
P: Ja Nina! Du weinst ja! Und ich habe geglaubt, dir ist das alles wurscht und du willst mich los sein!
N (lächelt unter Tränen): Das hab ich ja auch geglaubt!
P: Ach Liebes…
Th: Paul, was fühlen Sie denn jetzt?
P: Das berührt mich so, ich kann gar nicht sagen, wie.
Th: Wollen Sie das Nina sagen? Und sie die Tränen in Ihren Augen sehen lassen?
P: Ja. Nina, das berührt mich so. Nein. Du berührst mich so mit deiner Traurigkeit. Und auch mit deinem Lächeln. (Pause) Es tut mir so leid, dass ich dich einen Dämon genannt habe. Das bist du nicht.
N: Aber auch kein Engel.
Th: Sondern?
N: Ein Mensch. Einfach ein Mensch.
P: Ach Nina. Ja, einfach ein Mensch. Und das bin ich auch.
Th: Ich erlebe Sie beide sehr offen und weich. Und voller Staunen. Wollen Sie ein paar Momente einfach im Augenkontakt und bei diesem Gefühl bleiben?
Im feel-think-act-Zyklus sind wir damit beim wichtigsten und mutigsten Schritt des Lösens von Hilflosigkeit angekommen: beim Fühlen und beim Staunen darüber. Erinnern wir uns an die drei Bestandteile der Autonomie: Bewusstheit, Spontaneität und Intimität, also echte Nähe. Paul und Nina haben im feel-think-act-Prozess begonnen, diese drei Qualitäten freizusetzen. Das Staunen über ihre gegenseitige Offenheit gibt dieser Entwicklung einen zusätzlichen Schub mit dem, was Staunen uns schenken kann: Offenheit für das Unerwartete, Relativierung des Ichs, Ausrichtung auf Verbundenheit und die Öffnung neuer Sinn- und Bedeutungsperspektiven.
So intensiv und berührend dieser Moment staunender Nähe ist, so fragil ist er auch. Mit dem emotionalen Öffnen könnten auch die vielen Verletzungen wieder spürbar werden, die die beiden einander zugefügt haben. Dann könnte sich ein Rückzug in Copingreaktionen zeigen– oder, als andere Form von Coping, eine Flucht in euphorische Hoffnung nach dem Motto „jetzt ist es wieder wie damals, alles ist gut.“
Th: Unsere heutige Sitzung geht zu Ende. Wie geht es Ihnen denn gerade?
P: Erstaunlich gut. Also ich habe im Moment keine Angst vor Nina, im Gegenteil. Ich fühle mich ihr ein Stück näher.
N: Ja, mir geht es ähnlich. Aber auch vorsichtig. Wir sind weitergekommen, aber am Ende des Weges sind wir noch nicht.
Th: Ich stimme Ihnen da zu, Nina, und ich bin froh, dass Sie das ansprechen. Sie haben heute ein sehr zartes Pflänzchen gesetzt, und das will ganz behutsam gehegt und gepflegt werden. Lassen Sie uns in der nächsten Sitzung weiter über diesen Prozess reden.
P: Und wie sollen wir bis dahin mit uns und unseren Gefühlen umgehen?
Th: Wie Sie sollen – das ist nicht die Frage. Wie wollen Sie denn miteinander, mit sich selbst und mit Ihren Gefühlen umgehen?
N: Vorsichtig. Behutsam, wie Sie gesagt haben. Paul, wenn das okay für dich ist, möchte ich noch nicht darüber reden, was ich heute erlebt habe. Und was du erlebt hast. Ich brauche Zeit, um das einsickern zu lassen.
P: Einverstanden, finde ich gut. Reden wir beim nächsten Termin darüber. (zu mir) Haben Sie nächste Woche noch etwas frei für uns?
Eine Woche später:
N: Mir ist eine interessante Idee gekommen. Ein Mechanismus zwischen uns: wenn wir Schwierigkeiten haben, will ich für mich sein. Mich zurückziehen, in der Wohnung oder auch, indem ich fortgehe. Das hilft mir, wieder runterzukommen und klarer zu denken. Und bei Paul – bei dir ist es genau umgekehrt. Du willst dann Nähe haben und mit mir reden. Mir sagen, dass es dir leid tut.
P: Ja, genau. Das würde mir helfen, runterzukommen. Glaube ich jedenfalls. Und da schaukeln wir uns gegenseitig hoch, genauso ist es. Toll, wie du das herausgefunden hast.
Th: Ja, wirklich toll, Nina. Und auch toll, wie Sie das aufnehmen Paul. Hochschaukeln ist ein guter Begriff dafür: je mehr Nähe Sie wollen, umso mehr wollen Sie Distanz, Nina. Und umgekehrt: je größer Ihr Bedürfnis nach Distanz ist, umso größer ist Pauls Sehnsucht nach Nähe.
P: Ich mach das nicht in böser Absicht.
Th: Stimmt, es ist Ihnen einfach ein wichtiges Bedürfnis. Ebenso wie Ninas Bedürfnis nach Distanz. Wir haben alle diese beiden Bedürfnisse, wir brauchen Nähe und wir brauchen Abstand. Sie sind allerdings nicht gleichmäßig verteilt, sondern von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
N: Aber wir haben das zu wenig respektiert. Ich habe geglaubt, wenn Paul mir nicht – wenn du mir nicht meinen Abstand lässt, dann liebst du mich nicht. Und du hast wahrscheinlich geglaubt, wenn sie mir die Nähe nicht gibt, liebt sie mich nicht.
P: Genau!
Th: ich bin wirklich beeindruckt von Ihnen beiden.
N: Ja! Ich kann es kaum glauben, dass das immer noch wir sind und keine Aliens, die unsere Stelle eingenommen haben!
Es ist faszinierend, was möglich wird, wenn Menschen ihre Fühlblockade lösen und Staunen an ihre Stelle treten kann. Das Denken wird frei, Autonomie – Bewusstheit, Spontaneität, Intimität – und die Gemeinsamkeit wachsen. Auch hier sind Paul und Nina wieder staunend mit etwas Unerwartetem, bedeutungsvoll Neuem konfrontiert sind, das ihre bisherigen Denk- und Erklärungsmuster übersteigt: sind das wirklich wir oder Aliens?
Paul und Nina sind ihrem Neuanfang deutlich nähergekommen – am Ziel sind sie noch nicht. Ein Jahr ist seither vergangen. Ich begleite sie weiterhin, inzwischen in größeren Abständen. Zwischen ihnen wächst neues Staunen füreinander. Damit stärkt sich auch ihre Autonomie.
Die vertrauten Konflikte um Nähe und Distanz, Bindung und Eigenständigkeit flammen weiterhin auf. Nun richten wir den Blick auf ein bislang zurückgestelltes Feld: die tiefenpsychologische Frage, wie beide zu den Persönlichkeiten geworden sind, die sie heute sind. Auf dem Hintergrund welcher Lebensgeschichten, früher Beziehungserfahrungen und möglicher Traumatisierungen haben sie ihre innere Welt gestaltet? Welche alten inneren Konflikte reinszenieren sie, wenn sie auf der Bühne der Inszenierungen in ihrer Partnerschaft stehen? Welche Übertragungsdynamiken stehen hinter den Spaltungen in Engel und Teufel, Halbgott und Kontrollfreak, Idealisierung und Verdammung?
In der Arbeit am Skript – dem unbewussten Lebensplan im Verständnis der Transaktionsanalyse – kommen beide zunehmend mit sich selbst und dem Menschsein des Gegenübers in Kontakt. Daraus entsteht erneut Staunen – und eine vertiefte Bindung.
Doch das ist eine andere Geschichte – und sie wartet noch darauf, erzählt zu werden.
